Unterhaltsberechtigt ist, wer seinen Lebensbedarf nicht mit eigenen Mitteln decken kann. Den tatsächlichen Bedarf ermittelt das Gericht. Unterhaltsberechtigt sind regelmäßig minderjährige Kinder, volljährige Kinder in Ausbildung sowie der wirtschaftlich schwächere Ehepartner während der Trennungszeit und nach Rechtskraft der Scheidung. Unterhaltsbedürftig können auch Eltern sein, die nicht von ihrer Rente leben können.

Der Unterhalt minderjähriger Kinder richtet sich grundsätzlich nach der Unterhaltstabelle des zuständigen Oberlandesgerichtes. Auch wenn das Kind abwechselnd bei beiden Elternteilen lebt (sog. Wechselmodell),  ist es unterhaltsberechtigt. Volljährige Kinder haben einen Unterhaltsanspruch gegenüber beiden Elternteilen, soweit diese leistungsfähig sind. Erzielt das Kind bereits eigene Einkünfte, sind diese auf seinen Bedarf anzurechnen.

Trennungsunterhalt wird bis zur Rechtskraft der Scheidung gezahlt. Besteht zwischen den Ehepartnern ein starkes Einnahmengefälle, wird das Gericht dem schwächeren Partner nachehelichen Unterhalt zusprechen. Die Höhe und Dauer der Zahlungen folgt aus den ehelichen Lebensverhältnissen. Es gilt der Grundsatz der Eigenverantwortung und der Unterhaltsberechtigte muss sich eigene Einkünfte und geldwerte Vorteile anrechnen lassen. Kommt er seiner Erwerbspflicht schuldhaft nicht nach, werden die Unterhaltszahlungen um den Betrag reduziert, den er hätte erzielen können (fiktive Einkünfte). Der Anspruch ist grundsätzlich befristet.

Vorsicht: Unterzeichnen Sie niemals ohne anwaltliche Beratung eine Erklärung oder gar eine notarielle Vereinbarung. Der einmal ausgesprochene Verzicht ist kaum angreifbar. Machen Sie Ansprüche nicht oder nicht rechtzeitig geltend, drohen erhebliche wirtschaftliche Nachteile. Denn grundsätzlich kann der Anspruch nicht rückwirkend geltend gemacht. Bei Bedürftigkeit erhalten Sie Verfahrenskostenhilfe.