Mehr als die Hälfte aller Ehen scheitert, weil zumindest ein Partner die an ihn gestellten Erwartungen nicht erfüllen kann oder will. Will sich ein Partner trennen, fragt er sich unter anderem: Wie läuft das Verfahren ab und mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Das Scheidungsverfahren wird durch Antrag bei dem zuständigen Amtsgericht eingeleitet. Es kann, abgesehen von Härtefällen, erst nach einjähriger Trennung (sog. Trennungsjahr) durchgeführt werden. In dem gerichtlichen Scheidungsverfahren herrscht Anwaltszwang. Die Eheleute dürfen also ohne anwaltliche Vertretung keine Anträge stellen.

Ist man sich grundsätzlich einig, bietet sich die einverständliche Scheidung an. Diese vereinfacht und verbilligt das Verfahren deutlich. Im Idealfall einigen sich die Eheleute vor Einleitung des gerichtlichen Verfahrens über alle Fragen. Fachanwaltliche Hilfe ist hierbei unverzichtbar und außerdem muss über diese Verständigung eine wirksame Urkunde erstellt werden. Diese wird dem Gericht vorgelegt und das weitere Verfahren bezieht sich dann nur noch auf Formalitäten und eventuell noch ungeregelte Fragen. Aber der eigene Anwalt ist unverzichtbar, denn der Streitstoff ist komplex und tückisch. Einige Regelungen bedürfen besonderer Formvorschriften.

Einigt man sich nicht, droht eine streitige Scheidung. Hier streitet man sich um alles. Dementsprechend anstrengend, aufwendig und teuer ist das Verfahren, insbesondere wenn zu Fragen der Vermögensteilung oder des Sorgerechts auch noch Gutachten eingeholt werden müssen. Treffen die Parteien keine Regelung entscheidet das Gericht auch über den Versorgungsausgleich, also die Teilung der gesetzlichen und privaten Rentenanwartschaften. Der Richter holt die erforderlichen Auskünfte ein und verkündet im Termin den Ausgleich an den jeweils anderen Ehegatten.

Die Kosten des Scheidungsverfahrens richten sich nach dem Streitwert. Das ist regelmäßig das dreifache Monatsnettoeinkommen beider Ehegatten. Hinzu tritt der Verfahrenswert für gerichtlich beantragte Regelungen zu Unterhalt, Sorgerecht, Umgangsrecht, Hausrat, Ehewohnung und Zugewinn. In all diesen Positionen können die Parteien mit kompetenter fachanwaltlicher Hilfe den Verfahrenswert niedrig halten. Den Wert des Versorgungsausgleichs bestimmt das Gericht mit 10% des jeweils auszugleichenden Anrechts. Auch wer nicht über die Mittel verfügt, das Verfahren zu bezahlen, kann sich scheiden lassen. Das Gericht gewährt in allen Fällen der Bedürftigkeit Verfahrenskostenhilfe für das Scheidungsverfahren.

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Vorsicht: Unterzeichnen Sie niemals ohne anwaltliche Beratung eine Erklärung oder gar eine notarielle Vereinbarung. Der einmal ausgesprochene Verzicht ist kaum angreifbar. Machen Sie Ansprüche nicht oder nicht rechtzeitig geltend, drohen erhebliche wirtschaftliche Nachteile. Denn grundsätzlich kann der Anspruch nicht rückwirkend geltend gemacht werden.